Ulenburg

Die Ulenburg in Löhne/Westfalen ist ein Wasserschloss, das Hilmar von Quernheim in den Jahren 1568 bis 1570 errichten ließ. Es ist im Stil der Weserrenaissance gebaut worden, wofür besonders der Erker im Südostteil des Obergeschosses und der Südgiebel charakteristisch sind.
Ursprünglich soll an dieser Stelle ein Meierhof (Ulenhof genannt) gestanden haben, der seit dem Spätmittelalter im Besitz eines Zweiges der Familie von Quernheim war; ein zweiter Familienzweig saß auf Haus Beck.
Im Jahre 1469 eroberte Bernhard VII. zur Lippe den Hof und die Quernheimer sind von jetzt an Lehnsmänner der Grafen zur Lippe. Der Mindener Bischof war mit dieser Situation nicht einverstanden. Er wollte Ulenburg keine besonderen Privilegien gewähren, da er der Meinung war, dass Ulenburg als ehemaliger Meierhof sich nach dem allgemeinen Landrecht des Amtes Hausberge zu richten habe und damit keine landesfürstlichen Hoheitsrechte ausüben könne.
Nach dem Tode Hilmar von Quernheims im Jahre 1581 entschloß sich der Bischof, die Ulenburg gewaltsam zu vereinnahmen. Erst 12 Jahre später - 1593 - erhalten die Grafen zur Lippe den Besitzt nach vielen Prozessen und Verhandlungen zurück. Die Unruhen gingen jedoch weiter.
1613 erwarb Philipp Eberhard von Wrede das Schloß. Knapp hundert Jahre später (1711) wurde Ulenburg wieder verkauft. Eigentümer war nun die Familie von Ledebur.
1745 wurden die beiden Güter Ulenburg und Beck unter dem neuen Besitzer - dem Domkapitular zu Magdeburg Werner Heinrich Christoph von Wulfen - vereinigt. Nach seinem Tod konnten die Erben die Güter nicht halten und gingen in Konkurs.
Neuer Besitzer wurde der Reichsfreiherr von Mönster, der am 14. Juni 1786 die Güter Ulenburg, Beck und Schockemühle erwarb. Er hatte wenig Glück auf Ulenburg. Bereits 1786 und 1787 starb sein Rentmeister sowie dessen Familie an Pocken. Ein großer Verlust war der Tod seiner Frau Louise Friederike Wilhelmine Freifrau von Mönster zu Beck, die ebenfalls den Pocken zum Opfer fiel (25. April 1787). Ein Obelisk, den der Reichsfreiherr von Mönster zur Erinnerung an seine Frau errichten ließ, steht unweit des Schlosses.
1791 verkaufte er die Güter an Franz Christian von Borries zu Eckendorf.
Ab 1846 war der russische Fürst Handjerrn Eigentümer der Ulenburg, verkaufte den Besitz aber bereits 1865 wieder an die Familie von Borries.
1927 erwarb der letzte Besitzer, die Heil- und Pflegeanstalt Wittekindshof , die Ulenburg und nützt sie bis heute für ihre caritativen Aufgaben.
Am 1. Januar 1929 wurden die Gutsbezirke Ulenburg und Beck zusammengelegt und bildeten die Gemeinde Ulenburg. Seit der kommunalen Neuordnung am 1. Januar 1969 ist die

Gemeinde Ulenburg ein Teil der Stadt Löhne und mit 485 Einwohnern (31. Dezember 1989) der kleinste Ortsteil.

 

Verkauf einer außergewöhnlichen Immobilie...