Eckendorf

Das Gut Eckendorf wird erstmals 1036 als Schenkung des Paderborner Bischofs Meinwerk an das Kloster Busdorf erwähnt, es gehörte damit zu den Paderborner Tafelgütern. Der Meyer zu Eckendorf gehörte im Mittelalter zu den vier Amtsmeiern des Amtes Barkhausen. 1628 ging das Gut auf den gräflich-lippischen Oberforst- und Jägermeister Arnold Schmerheim über, durch einen Akt der lippischen Grafen wurde Eckendorf Rittergut.
Die Blütezeit des Gutes begann mit dem Erwerb durch die Familie von Borries 1774. Seit dieser Zeit, insbesondere unter Wilhelm von Borries (1815 – 1890) entwickelte sich das Gut zu einem der modernsten landwirtschaftlichen Betriebe in der Region. Besondere Bedeutung hatte die Pflanzenzüchtung, vor allem die Rübenzucht. Der 1849 gegründete Pflanzenzuchtbetrieb besteht bis heute und nutzt die Wirtschaftsgebäude des Gutes. Das Gut ist bis heute über die weibliche Erbfolge im Besitz der Familie.

Die dreiflügelige Anlage liegt auf einer Gräfteninsel, die über eine Brücke mit der Straße und eine kleinere Brücke mit dem Park verbunden ist. Der Nordflügel des Gebäudes sowie der freistehende „Südturm“ (ehemals Lager, heute Wohnungen) wurden ab 1630 von Arnold Schierheim erbaut. Der Ostflügel wurde 1776 durch Franz Christian von Borries im klassizistischen Stil als Wohntrakt errichtet.
Die Wirtschaftsgebäude südlich der Straße sind nach einem Großbrand im Jahre 1873 am Ende des 19. Jh. entstanden.

Historischer Gutspark.

Der Park wurde durch Franz von Borries im Zusammenhang mit dem Bau des Ostflügels angelegt. Dieser Park bestand nach schriftlichen Quellen aus einem barocken Parterre sowie einem terrassenförmigen Parkteil mit Orangenbäumen und Statuen nach antiken Vorbildern griechischer Helden und Götter.
Wann dieser Park in einen Landschaftspark umgewandelt wurde, ist nicht bekannt. Nach dem Alter einzelner Bäume zu schließen dürfte diese Umwandlung in die Blüte des landwirtschaftlichen Betriebes um die Mitte des 19. Jahrhunderts fallen. Die Preußische Landesaufnahme von 1895 zeigt einen zweiteiligen Landschaftspark. Der südliche Teil in Gebäudenähe mit einem großen Teich im Zentrum ist durch Einzelbäume in Rasenflächen und Schlängelwege gekennzeichnet, nach Norden schließt ein von Wegen durchzogenes Wäldchen an. Nördlich der Gebäude wird ein auch heute noch vorhandener künstlicher „Berg“ dargestellt. Hinter diesem „Berg“ wurde der Park in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Norden erweitert.

Der Gutspark ist in seiner Struktur bis heute erhalten und stellt sich als einer der eindrucksvollsten und am besten gepflegtesten Parks in der Region dar. Die Parkanlage wird beherrscht von den Wasserflächen der Gräften und des Teiches, in dem sich der Altbaumbestand spiegelt sowie eine ca. 750 Jahre alte Stieleiche mit einem Stammumfang von 13 m. Der Baumbestand besteht insgesamt aus 47 Holzarten der subtropischen und gemäßigten Zonen, darunter besonders hervorzuheben eine Flusszeder aus Nordamerika, eine Regenschirm- Magnolie aus dem Südosten der USA sowie ein Ostasiatischer Zürgelbaum. Das Wegenetz ist deutlich reduziert, der waldartige Parkteil ist heute in den forstlich bewirtschafteten Wald einbezogen.

© Dokumentation Garten-Landschaft OstWestfalenLippe