wappen poel


Die Familie Poel [Aussprache = Puhl] stammt aus Holland. Der älteste bekannte Vorfahr wohnte in Alphen aan den Rijin in der Provinz Zuid-Holland, ostwärts von Leiden. In den 3 folgenden Generationen waren die Poel Bürger in Amsterdam. Derzeit wurde der Familienname ausnahmslos Pool geschrieben. Die Schreibweise der Vornamen ist bei verschiedenen Beurkundungen unterschiedlich. Zunächst führten alle neben dem Taufnamen den Vatersnamen.

Die wichtigsten Quellen für die Geschichte der ersten vier Generationen sind:
1) die im „Gemeetelijke Archiefdienst van Amsterdam“ liegenden Urkunden über Taufen, Aufgebote, Trauungen, Begräbnisse und Bürgereide,
2) das vom „Algemeen Rijksarchief“ in ’s-Gravenhage verwahrte Archiv der Ostindischen Kompanie (Koloniaal Archief nr. 4386 Resolutieboek van de Equipagie 1665 - 1778)

Die Pool waren Angehörige des Mittelstandes, zunächst wohl hauptsächlich Schiffer und Schiffbauer, dann Buchhalter und Schiffszimmermeister, wohl meist in den Diensten der Ostindischen Kompagnie. Wahrscheinlich ist auch ein Mitglied der Familie in die Kapprovinz übergesiedelt.

"Een Johannes Pool von Amsterdam, die in Dienst van de Oostindische Compagnie naar Zuid-Afrika
vertrok en (daar?) op 9 juni 1715 huwde med Lucretia Touwke (Tauke) van Mauritius, wordt vermeld bij C.C. de Villiers,
Geslachtregister der Oude Kaapsch Familien (Kaapstad 1894 deel 3 bladzijde 51.“


Die Pool waren reformiert.

Der  erste  bekannte  P o o l   ist  Cornelis

Er wohnte in Alphen. Ob er sich schon Pool genannt hat, steht nicht fest. Am 29. September 1629, als sein Sohn Claes aufgeboten  wurde,  lebte  er noch. 
Cornelis  und  seine  Ehefrau  sind vor dem  27. Juni 1637 verstorben. Sie hatten (zumindest) zwei Söhne:
Claes Cornelisz. P o o und Cornelis Cornelisz. P o o l.


Mit der Einwanderung des Jan Pool, Sohn des Gerrit Claesz Pool, nach Russland wurden, wie es scheint, die Verbindungen nach Holland abgebrochen. Später lebte nur noch ein Urenkel Jan Pools wieder in Holland, nämlich Wilhelm Poel. Mit welchen Angehörigen Jan nach Russland kam, steht nicht fest. Sein Sohn Jacobus war jedenfalls noch 1712 in Holland geboren worden. In vier Generationen haben Angehörige der Familie Poel (nunmehr diese Schreibweise!) enge Beziehungen zum russischen Reich gehabt. Sie brachten es zu Ansehen, Reichtum und zum Teil hohen Hofämtern und gehörten, soweit sie solche innehatten, dem sogenannten Dienstadel an. Rechtlich waren sie russische Untertanen; tatsächlich hatten sie als Angehörige der holländischen Kolonie und der evangelisch-reformierten Kirche einen besonderen Status. Persönliche Beziehungen zur Zarenfamilie und Heiraten mit Töchtern einflussreicher und vermögender Familien (z.B. van Brienen und Baron Stieglitz) sicherten ihre Zugehörigkeit zur Oberschicht.

Zar Peter d. Gr. nahm Jan Poel mit offenen Armen in St. Petersburg auf. Jan wirkte dort als Zimmermeister; er baute Schiffe und Mühlen. Jan und seine Frau sind vor 1762 verstorben.